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  • Regionalbahnhof Köpenick: Baufortschritt am neuen Regionalbahnsteig

    Regionalbahnhof Köpenick: Baufortschritt am neuen Regionalbahnsteig

    Ich stand letzte Woche auf dem S-Bahnsteig in Köpenick und habe lange rübergeschaut auf die Baustelle zwischen den Hauptgleisen. Wer den Bahnhof Köpenick aus den letzten Jahren nur als Dauerbaustelle kennt, dem geht es wie mir: Man glaubt erst, dass sich etwas tut, wenn man es mit eigenen Augen sieht. Und jetzt tut sich wirklich etwas. Der neue Regionalbahnsteig Köpenick steht in seinen Grundzügen — Stahlträger, Dach, die rot-weißen Schallschutzwände in Union-Farben. Es sieht zum ersten Mal nach Bahnhof aus und nicht mehr nur nach Schotter und Bauzaun. Höchste Zeit also, den Stand festzuhalten und einzuordnen, was dieser Umbau für Köpenick, für die angrenzenden Siedlungsgebiete und für den 1. FC Union bedeutet.

    Blick vom S-Bahnsteig Köpenick auf den im Bau befindlichen Regionalbahnsteig mit neuer Bahnsteigüberdachung
    Der neue Regionalbahnsteig zwischen den Hauptgleisen — die Stahlkonstruktion der Überdachung steht bereits. / Foto: Stefan Metze

    Baufortschritt Regionalbahnsteig Köpenick: der Stand vor Ort

    Wie schnell es zuletzt vorangegangen ist, habe ich schon im letzten Update zur Baustelle am Regionalbahnhof Köpenick festgehalten — jetzt ist der nächste Schritt sichtbar. Was mir sofort aufgefallen ist: Die tragende Struktur des Regionalbahnsteigs Köpenick ist im Rohbau fertig. Die Stahlstützen für die Überdachung stehen in Reih und Glied, das Dachtragwerk ist über weite Teile montiert. Der Bahnsteigkörper selbst ist bereits halb aufgeschüttet, die Kanten sind gesetzt. An mehreren Stellen lagen noch die grünen Entwässerungsrohre bereit zum Einbau offen daneben — der klassische Zustand kurz nach dem Rohbau, wenn die Technik in den Bahnsteig wandert, aber der Belag und die Ausstattung noch fehlen.

    Die rot-weißen Schallschutzwände sind über lange Abschnitte schon hochgezogen — die fallen vom Bahnsteig aus am stärksten ins Auge. Was noch fehlt: der eigentliche Bahnsteigbelag, das Blindenleitsystem, Beleuchtung, Beschilderung und vor allem die Aufzüge und Zugänge. Auch die durchgehenden Gleise, an denen die Regionalzüge später halten, waren sind noch nicht final verlegt. Mein Eindruck: Der Rohbau steht, aber der Innenausbau und die ganze Bahntechnik sind das, was jetzt noch Monate frisst.

    Rot-weiße Schallschutzwände und Stahlstützen der Bahnsteigüberdachung am Bahnhof Köpenick
    Die Schallschutzwände sind bewusst in Rot-Weiß gehalten — den Farben des 1. FC Union. / Foto: Stefan Metze

    Was am Bahnhof Köpenick gebaut wird

    Der Umbau läuft seit Frühjahr 2023, und er ist deutlich mehr als nur ein zusätzlicher Bahnsteig. Zwischen den durchgehenden Hauptgleisen entsteht ein rund 220 Meter langer Regionalbahnsteig, der auf etwa 150 Metern überdacht wird. Vom Empfangsgebäude sollen zwei Treppen und ein Aufzug barrierefrei hinauf zum Regionalbahnsteig führen.

    Dazu kommt eine ganze Liste an Maßnahmen, die den Bahnhof komplett umkrempeln: Am Stellingdamm auf der Ostseite entsteht eine völlig neue Personenunterführung mit Treppen zum S- und Regionalbahnsteig. Geplant ist außerdem ein zusätzlicher westlicher Eingang, und über die Bahnhofstraße soll eine Fußgängerbrücke führen — das dürfte den Dauerkonflikt zwischen Fußgängern, Tram und Autoverkehr an der Engstelle endlich entschärfen. Das Empfangsgebäude wird in Richtung Elcknerplatz verbreitert. Hinzu kommen Stützbauwerke, ein neues elektronisches Stellwerk und rund vier Kilometer Schallschutzwände entlang der Strecke.

    Der Bahnsteig ist eingebettet in einen größeren Streckenausbau: Auf rund 3,2 Kilometern werden Gleise und Oberleitung erneuert, mehrere Eisenbahnüberführungen neu gebaut und ein zusätzliches Überholgleis ergänzt. Der Abschnitt gehört zum Ausbauprojekt Berlin–Frankfurt (Oder)–Grenze D/PL und ist Teil des Infrastrukturprogramms i2030 von Bund, Ländern, VBB und Deutscher Bahn. Ziel ist unter anderem, die Streckengeschwindigkeit auf bis zu 160 km/h anzuheben.

    Gleisfeld am Bahnhof Köpenick mit Baustelleneinrichtung und neuer Schallschutzwand im Hintergrund
    Auf engem Raum müssen mehrere Bauzustände parallel abgewickelt werden — das macht das Projekt so langwierig. / Foto: Stefan Metze

    Wann hält in Köpenick der erste Regionalzug?

    Ehrlich gesagt: Bei den Terminen bin ich vorsichtig geworden. Ursprünglich war die Inbetriebnahme des Regionalhalts für Sommer 2027 angekündigt. Inzwischen nennt die Deutsche Bahn Dezember 2027 als Termin für den Regionalhalt, die Restarbeiten am Gesamtprojekt sollen bis Februar 2028 laufen. Als Grund für die Verschiebung wird vor allem der Fachkräftemangel genannt — besonders bei der Leit- und Sicherungstechnik, also genau dem Stellwerk, ohne das hier kein Zug fährt.

    Halten soll in Köpenick dann die Regionalexpresslinie RE1 — die Ost-West-Achse, die Brandenburg an der Havel, Potsdam und Berlin mit Frankfurt (Oder) und dem Berliner Südosten verbindet. Der Berliner Senat rechnet im Schnitt mit rund 5.500 Ein- und Aussteigern pro Tag am neuen Regionalbahnhof — bei Veranstaltungen und Union-Spielen deutlich mehr.

    Welche Wohngebiete vom Regionalbahnhof profitieren

    Bessere Anbindung bedeutet in Berlin fast immer steigende Immobilienpreise — und rund um den Bahnhof Köpenick passt gerade beides zusammen. Direkt neben dem Bahnhof, an der Mahlsdorfer Straße im sogenannten Stellingdamm-Dreieck, entsteht ein neues Quartier mit Wohnungen und einem Hotel. Nach den vorliegenden Planungen sind dort rund 300 Wohnungen sowie ein Hotel mit gut 200 Zimmern vorgesehen; die Wohnungen sollen bis etwa Mitte 2027 fertig werden, das Hotel bis Anfang 2028 — also fast zeitgleich mit dem Regionalhalt. Dass ein Investor ausgerechnet hier ein Hotel baut, ist kein Zufall: Ein Regionalbahnhof mit RE1-Anschluss macht den Standort für Geschäftsreisende und Stadiongäste schlagartig interessanter.

    Das größere Brett wird einige hundert Meter weiter gebohrt: Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Köpenick soll ein komplett neues Wohnquartier entstehen. Die Rede ist von Wohnraum für mehrere tausend Menschen — in den Planungen werden Größenordnungen von rund 1.800 Wohnungen genannt, realisiert über mehrere Jahre etwa ab 2027. Wer dort kauft oder mietet, profitiert künftig doppelt: von einem fußläufigen Regionalbahnhof und vom Wertzuwachs, den eine solche Anbindung erfahrungsgemäß mit sich bringt. Investoren beobachten den Köpenicker Südosten genau aus diesem Grund.

    Areal am Bahnhof Köpenick mit Gleisanlagen und angrenzender Wohnbebauung
    Rund um den Bahnhof verdichtet sich Köpenick — neue Wohnungen und ein Hotel entstehen in unmittelbarer Nähe. / Foto: Stefan Metze

    Mahlsdorf Süd und Kaulsdorf Süd: das stille Einzugsgebiet

    Ein Punkt, der in der öffentlichen Debatte oft untergeht: Der Regionalbahnhof Köpenick nützt nicht nur Köpenick selbst. Die Siedlungsgebiete Mahlsdorf Süd und Kaulsdorf Süd sind über die Tram — allen voran die Linie 62 über den Hultschiner Damm und die Busse X69 und 169 über die Chemnitzer Straße — direkt mit dem Bahnhof Köpenick verbunden. Für die vielen Einfamilien- und Reihenhaussiedlungen dort bedeutet ein RE1-Halt in Köpenick einen spürbar schnelleren Zugang zum Regionalverkehr, ohne den Umweg über die teils überlasteten S-Bahn-Achsen.

    Gerade diese Lagen gelten als klassisches Berliner Eigenheim-Terrain mit eigenem Garten und vergleichsweise ruhiger Wohnlage. Eine verbesserte Anbindung an den Regionalverkehr wertet solche Quartiere weiter auf — wer in Mahlsdorf Süd oder Kaulsdorf Süd ein Haus besitzt, dürfte sich über den indirekten Effekt freuen. Für Kaufinteressierte wird der Berliner Südosten durch diese Kombination aus eigener Tram-Anbindung und nahem Regionalbahnhof deutlich attraktiver.

    Finanz-Streiflicht: Was hier investiert wird

    Der Umbau ist Teil des Programms i2030, mit dem Berlin, Brandenburg, der VBB und die Deutsche Bahn das Schienennetz der Hauptstadtregion ausbauen — finanziert aus Bundes- und Landesmitteln. Allein der Streckenabschnitt rund um Köpenick umfasst neben dem Regionalbahnsteig vier Kilometer Schallschutzwände, mehrere neue Eisenbahnüberführungen, ein elektronisches Stellwerk und ein zusätzliches Überholgleis. Solche Maßnahmen bewegen sich erfahrungsgemäß im dreistelligen Millionenbereich. Für Anwohner zählt am Ende eine einfache Rechnung: Öffentliche Infrastrukturinvestitionen in dieser Größenordnung stützen die Immobilienwerte im Umfeld langfristig — das ist in Berlin entlang fast jeder neuen oder verbesserten Schienenanbindung zu beobachten gewesen.

    Was der Regionalbahnhof für den 1. FC Union bedeutet

    Für mich als Beobachter ist das der eigentlich spannende Teil. Köpenick ist der nächstgelegene Bahnhof zum Stadion An der Alten Försterei. Schon heute quetschen sich an Spieltagen zehntausende Fans über die S3 und die Tram nach Köpenick — und jeder, der das mal mitgemacht hat, weiß, wie eng das wird. Der 1. FC Union plant, das Stadion deutlich auszubauen; im Gespräch sind Kapazitäten von fast 40.000 Zuschauern, anfangs etwas darunter.

    Genau hier setzt der Regionalbahnhof an. Mit einem RE1-Halt in Köpenick kommen Fans künftig direkt aus Brandenburg, aus Frankfurt (Oder) oder von der Stadtbahn mit dem Regionalexpress an — ohne zwingend in die S-Bahn umzusteigen. Das entlastet die S3 an Spieltagen und verteilt die Besucherströme auf mehr Schultern. Die rot-weißen Schallschutzwände, die ich vor Ort gesehen habe, sind übrigens bewusst in Union-Farben gehalten — ein kleines, aber sympathisches Signal, wem dieser Bahnhof auch dienen soll. Für die Bewerbung Köpenicks als Veranstaltungsstandort und für die Sicherheit an Spieltagen ist die zweite leistungsfähige Schienenanbindung schlicht überfällig.

    S3 Express S-Bahn am Bahnhof Köpenick neben der Baustelle des Regionalbahnsteigs
    An Spieltagen stößt die S3 regelmäßig an ihre Grenzen — der RE1-Halt soll künftig entlasten. / Foto: Stefan Metze

    Häufige Fragen zum Regionalbahnhof Köpenick

    Wann wird der Regionalbahnhof Köpenick eröffnet?

    Nach aktuellem Stand der Deutschen Bahn soll der Regionalhalt im Dezember 2027 in Betrieb gehen. Restarbeiten am Gesamtprojekt sind bis Februar 2028 eingeplant. Ursprünglich war ein früherer Termin im Sommer 2027 vorgesehen, der wegen Fachkräftemangels — vor allem bei der Leit- und Sicherungstechnik — verschoben wurde.

    Welche Züge halten künftig am Bahnhof Köpenick?

    Vorgesehen ist ein Halt der Regionalexpresslinie RE1, die den Berliner Südosten mit Frankfurt (Oder) im Osten sowie Potsdam und Brandenburg an der Havel im Westen verbindet. Wahrscheinlich aber auch der Tesla Werkzug zur Giga-Factory in Grünheide, sowie eine verlängerte RB14 nach Fürstenwalde. Die S-Bahn-Linie S3 sowie mehrere Tram- und Buslinien halten dort wie bisher.

    Wie profitiert der 1. FC Union vom Regionalbahnhof?

    Köpenick ist der nächste Bahnhof zum Stadion An der Alten Försterei. Ein RE1-Halt bringt Fans direkt per Regionalexpress nach Köpenick und entlastet an Spieltagen die stark frequentierte S3. Das passt zu den Plänen des Vereins, das Stadion auf rund 40.000 Plätze auszubauen.

    Welche Neubauprojekte entstehen rund um den Bahnhof Köpenick?

    An der Mahlsdorfer Straße entsteht ein Quartier mit rund 300 Wohnungen und einem Hotel mit gut 200 Zimmern. Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs ist ein größeres neues Wohnquartier mit bis zu rund 1.800 Wohnungen geplant. Beide Projekte profitieren direkt von der verbesserten Bahnanbindung.

    Sind Mahlsdorf Süd und Kaulsdorf Süd an den Regionalbahnhof angebunden?

    Ja. Beide Siedlungsgebiete sind über die Tram, vor allem die Linie 62 über den Hultschiner Damm, und die Buslinien X69 und 169 mit dem Bahnhof Köpenick verbunden. Bewohner erreichen den künftigen Regionalhalt damit bequem, ohne auf andere S-Bahn-Achsen ausweichen zu müssen.

    Fazit

    Der Regionalbahnsteig Köpenick steht im Rohbau — Tragwerk, Dach und Schallschutz sind da, der Innenausbau und die Bahntechnik fehlen noch. Realistisch wird es Ende 2027, bis hier der erste RE1 hält. Für Köpenick, die angrenzenden Siedlungen in Mahlsdorf Süd und Kaulsdorf Süd und nicht zuletzt für den 1. FC Union ist das ein echter Gewinn — und für die Immobilienlagen rund um den Bahnhof ohnehin. Ich werde den Fortschritt weiter im Blick behalten und beim nächsten Bauabschnitt wieder vorbeischauen.

    Weiterlesen auf dem Ostkreuzblog: Baustelle Regionalbahnhof Köpenick — so geht es voran · 4-streifiger Ausbau der Hauptstraße in Köpenick · S-Bahn verlängert die S3 bis nach Spandau

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