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Zwischenstand der Bauarbeiten während der Sommerferien

Der Regionalbahnsteig Ro

 

Traditionell ist es während der Sommerferien überall eigentlich etwas ruhiger und so einiges geht langsamer voran als üblich. Klar, viele befinden sich im wohlverdienten Sommerurlaub, als bleiben bei vielen Arbeitsstellen besonders in Baufirmen die Arbeitsplätze unbesetzt. Auf unserer Baustelle zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof scheint dem nicht so. Hier geht es weiterhin sichtbar mit großen Schritten voran. Nachdem nun mehr als die Hälfte der Berliner Sommerferien rum ist, gibt es hier nun einen kleinen Überblick zu aktuellen Situation auf der Großbaustelle.Fangen wir oben am Ostkreuz an. Hier wurden nun die Regionalbahngleise auf dem Brückenzug der Ringbahn in ihre endgültige Position gebracht und mit dem üblichen Schotter gestopft. Das S-Bahngleis das hier vorher lag war mit feinem Schotter gestopft, damit das Gleis tiefer liegen und somit der Höhenunterschied zur Bahnsteigkante ausgeglichen werden konnte. Ich weiss nicht ob die Gleise am Treptower Park auch schon wieder angeschlossen sind. Wenn ja müsste hier nun das Gleis bis Schöneweide wieder durchgehend sein. Am oberen Regionalbahnsteig selbst fehlt noch das Glasdach, die Beleuchtung und Beschallung und natürlich die Treppen und Aufzüge zu den neuen Stadtbahnsteigen.

Die Fernbahntrasse
Die neu Fernbahntrasse, rechts wird ein neuer Kabelkanal gebaut.

Kommen wir auf die Stadtbahnebene. Hier hat man das letzte Stück der ersten Vorleistung für den Tunnel der Autobahn A100 betoniert. Nun kann auch hier alles verfüllt werden. Über der A100 entsteht in diesem Bereich der südliche Bahnhofsvorplatz mit zahlreichen Fahrradabstellmöglichkeiten. Auch nördlich der A100 Vorleistung finden weitere Arbeiten statt. Die Baugrube wird bis auf Deckenhöhe verfüllt, die alte Fernbahntrasse wird weiter beräumt, hier entsteht bald der untere Regionalbahnsteig.

Vorleistung Autobahn A100
Lang hat’s gedauert, nun ist der erste Abschnitt der A100 Vorleistung komplett.

Verfüllen der Baugruben
Verfüllen der nördlichen Baugrube

Beräumen der alten Fernbahntrasse
Beräumen der alten Fernbahntrasse

Bahnsteig D abgetragen
Der alte Bahnsteig D ist auf der Westseite der Fußgängerbrücke plan

Am Bahnsteig D gehen die Abräumarbeiten ebenfalls unvermindert weiter. Bei gut 30° C und seit zwei Wochen regenfrei eine ganz schön staubige Angelegenheit. Stück für Stück werden alte Fundamente und die Bahnsteigkanten abgetragen. Wo vor ein paar Wochen noch reger Fahrgastwechsel herrschte, dominieren nun Bagger das Bild. An einigen Stellen kann man noch die einstige nördliche Bahnsteigkante erkennen. Meiner Einschätzung nach ist zum Ende der Sommerferien alles Weg und es kann mit dem Neubau des Bahnsteigs D sowie mit einem weiteren Teilstück der A100 Vorleistung begonnen werden.

Der neue Bahnsteig D kann bald entstehen
Zwischen den Pfeiler wird der neue Bahnsteig D entstehen. Rechts der Treppe erkennt man die alte leicht schräg verlaufende Bahnsteigkante noch

Sandwüste am Ostkreuz
Hier wird bald mit dem Bau des nächsten Teilstücks der A100 Vorleistung begonnen

Vom Bahnsteig D ist hier nichts mehr da
Eine wahre Sandwüste, in einem Jahr soll hier der neue Bahnsteig D stehen

Abtragen der Bahnsteigkante
Abriss der alten Bahnsteigkante…

Meter um Meter verschwindet der alte Bahnsteig D
…mit Leichtigkeit trägt der Bagger die gemauerte wohl über 100 Jahre alte Bahnsteigkante ab

Airport Express an der neuen Bahnsteigkante
Der Airport Express ist schon mal da, die Bahnsteigkante auch, aber der Bahnsteig fehlt noch

Warschauer Straße

Zum Schluss wieder ein Blick zur Warschauer Straße. Auch hier geht es weiter voran. Die Fundamente der ehemaligen Empfangsgebäude sind nun komplett abgerissen und werden in den nächsten Tagen abtransportiert. Unter dem ehemaligen stadteinwärts führendem Gleis der S3 sind weitere massive Fundamente zum Vorschein getreten, auch diese mussten jetzt mühsam entfernt werden.

Westlich der Warschauer Brücke hat man das Gleisplanum des zweiten Gleises erweitert. ich vermute dass hier bald vorab eine weitere Weiche für die spätere Einfahrt in die neue Kehranlage Warschauer Straße eingebaut wird.

Einen Teil des alten Bahnsteig A hat man zur Schaffung der Baufreiheit ebenfalls abgetragen. Sobald der Abbruch abgefahren wurde sollten die Bauarbeiten für die neue Empfangshalle endgültig losgehen.

Abbruch der Fundamente
Ein Teil des Bahnsteig A wurde abgetragen

Gleisplanum des zweiten S-Bahngleises
Hinten im Bild zu erkennen das erweiterte Gleisplanum, dort müsste die Weiche für die Einfahrt in die Kehranlage Warschauer Straße entstehen

Der Bau der neuen Empfangshalle kann beginnen
Wenn der Abbruch weg ist kann endlich mit dem Neubau der Empfangshalle begonnen werden

Autor: Stefan Metze

Hallo, ich bin Gründer und Hauptautor des Ostkreuzblogs. Das Ostkreuzblog wurde mit Beginn der Bauarbeiten am 01.01.2006 ins Leben gerufen. Mein Profil bei Twitter, Google+

38 Kommentare

  1. elektrifizierung lohnt das denn?
    nach den masgaben der DB?
    die ferkeltaxen der nebenstrecken müssen doch alle mit diesel fahren, da diese doch sowieso nicht mehr elektrifiziert werden oder gar zurückgebaut sind.
    fahren in SW eigentlich noch e-loks im regelbetrieb?
    nun doch auch noch ein lob an den fotofierer
    sehr schöne bilder und auch für mich informativ

    • Ja, ich finde schon, dass sich das lohnt, auch wenn es erst einmal nicht so erscheint.
      1) Zwar werden derzeit die Linien aus Ostbrandenburg, welche in Lichtenberg enden mit Diesel betrieben, aber bei der Ostbahn könnte ich mir vorstellen, dass da mal ein Ausbau zweigleisig + Fahrdraht kommt.
      2) Es ist vom VBB eine RB24 Eberswalde – Berlin Lichtenberg – Wünsdorf Waldstadt im Rahmen der Stadtbahnausschreibungen bestellt worden. Die soll wohl mit Talent2 betrieben werden und daher Fahrdarht brauchen. Aber ich meine mal gelesen zu haben, dass die Linien erst mit der BER-Eröffnung starten soll – kann also noch etwas dauern. Und für den dortigen Tunnelbahnhof ist Diesel nicht erlaubt…
      3) Sollte man nicht immer nur an den Regelbetrieb denken, sondern auch an Ausweichstrecken bei Störungen. Zum Beispiel könnte man bei einer Sperrung, Störung etc auf der Stadtbahn den RE2 der ODEG nach Cottbus von Spandau über Gesundbrunnen, Ostkreuz-oben und Schöneweide statt über Lichtenberg umleiten. Gleiches würde auch mit RE7 oder RB14 gehen…

  2. Wieder ein guter Artikel, der einem einen schönen Überblick gibt, aber in der Liste der noch zu erledigenden Arbeiten am oberen Regionalbahnsteig fehlt noch die Elektrifizierung.

  3. Die Aufsichten soll wieder aufgebaut und nicht (!) zur Vermarktung genutzt werden. Das war Wunsch der DB S&S. Dieser Wunsch wurde vom Denkmalschutz abgelehnt. Eine Aufsicht wird aber nicht mehr benötigt. Welche Funktion in das Gebäude kommt, ist noch ungeklärt.

  4. Bitte mehr Sorgfalt bei der Grammatik. Es heißt wohl: des Bahnsteigs A ! Ansonsten bin ich angetan von den Beiträgen, besonders von den Fotos.
    freundliche Grüße

  5. Hallo,
    vielen Dank für den neuen Bericht.
    Da ich jeden Tag da lang fahre, kann ich die eingangs gestellte Frage zu den Fernbahngleisen in Richtung Treptower Park beantworten: Zumindest bis heute ist noch auf der Spreebrücke und der Brücke Alt-Stralau eine Lücke in der Fernbahn. Und auch keine größeren Aktivitäten zu erkennen.

    Was mich in diesem Zusammenhang interessieren würde: Weiß jemand, ob die Fernbahn Richtung Schöneweide wieder elektrifiziert werden soll?
    Ich frage darum, weil auf dem gerade erneuerten Stück zwischen Baumschulenweg und Schweineöde nichts davon zu sehen ist, keine Masten, keine Mastfundamente.

  6. ein hallo allen die am ostkreuz interessiert sind
    Ich habe so meine kleine beziehung zur waschauer brücke (ein Onkel wohnte und arbeitete im RAW revalerstr 99, mein vater war 20 j. güterverkehrsaufsichter im ostgüterbhf. und wriezener bhf.) eigentlich sind wir alle an den veränderungen dort interessiert. doch was sich da abspielt auf den fussweg der warsch. brücke zwischen revalerstr. und bahnsteigzugang ist haarsträubend! die gehbahn ist so schmal dass es schon einiger rollerbläde erfahrung bedarf, unangerempelt bahnsteigzugänge oder umgekehrt die ampel helsingforser Str. zu erreichen. es ist nicht geplant, den gehweg an die fussgänger und fahräderströme anzupassen
    sehen das andere auch so

  7. Hallo Stefan, immer wieder Dank für die Updates vom Ostkreuz. Eine Frage jedoch: nachdem der Bahnsteig D nun abgerissen ist, was wurde / wird aus dem Aufsichtsgebäude (hattest du ja im vorigen Blogeintrag thematisiert)? Wurde es gerettet, wird es wiederhergestellt? Würde mich interessieren, denn ich fände ein Stück altes Ostkreuz als Mischung zum modernen wunderbar.

    • Vielen Dank für das Lob. Einer der Bauleiter kommentierte ja in dem Beitrag, dass die Aufsichten auf den neuen Bahnsteigen wieder aufgebaut und tatsächlich auch als Aufsichten wiederverwendet werden sollen.