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Bald ausser Betrieb – der Bahnsteig A

Bahnhof Ostkreuz
Gutes altes Niethandwerk, wird auch hier bald aus dem Stadtbild verschwunden sein

Fast wäre der alte Bahnsteig A an der Südkurve zwischen Treptower Park und Warschauer Straße vorzeitig aus dem Fahrgastbetrieb gegangen. Denn in Berlin herrscht zur Zeit ein akuter Wagenmangel bei der Berliner S-Bahn. Davon war in den Tagesmedien in den letzten Wochen mehr als ausreichend und einem lieb ist zu lesen, hören und sehen.

Nun geht der Bahnsteig A doch noch regulär am 31. 28. August 2009 planmäßig ausser Betrieb. Die dort verkehrende und einzige S-Bahnlinie S9 wird dann über den Ostring in den Norden Berlins geführt.
Es gibt dann also keine Direktverbindung mit der S-Bahn von der Berliner Stadtbahn zum Airport Schönefeld, bis 2014 nicht.

Nach Ausserbetriebnahme wird die Südkurve abgetragen und komplett als Stahlbetonkonstruktion neu aufgebaut.

Beim Abriss des Bahnsteigs A werden auch so einige aus dem letzten Jahrhundert stammende Verkehrsbauten zum Vorschein kommen. In Berliner Nahverkehrsforen spekuliert man es gäbe noch den alten Verbindungstunnel zwischen den Bahnsteigen B, A und C. Die Bahnsteige B und C waren früher die Aussenbahnsteige an der Nord- und Südkurve. Sie wurden nach dem Bau der Berliner Mauer wegen der veränderten Verkehrsströme ausser Betrieb genommen.

Wir bleiben gespannt und hoffen vom vielleicht existierenden und freigelegten Tunnel ein paar Fotos zu erhaschen.

Bahnhof Ostkreuz
Die Natur hat sich die Südkurve fast schon zurückgeholt

Bahnhof Ostkreuz
Hier im vorderen Bereich links im Bild war die Treppe zum Tunnel der Bahnsteige B und C

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Bald ausser Betrieb - der Bahnsteig A, 5.0 out of 5 based on 2 ratings

Autor: Stefan Metze

Hallo, ich bin Gründer und Hauptautor des Ostkreuzblogs. Das Ostkreuzblog wurde mit Beginn der Bauarbeiten am 01.01.2006 ins Leben gerufen. Mein Profil bei Twitter, Google+

14 Kommentare

  1. Pingback: Berlin Ostkreuz: Adieu Südkurve | 2mecs

  2. Pingback: Schwanzvergleich – Berliner Blogs im Wikio-Ranking September 2009 « Berlin-Pendler

  3. Wenn man nur selten am Ostkreuz vorbeikommt, findet man enge Treppen(zum selber steigen) und aufzuglose Museumsbahnsteige vielleicht romantisch; die täglichen Nutzer wünschen sich einen schnellen Umbau und keine Stilllegung/Renovierung eines Eisenbahnmuseums. Ich finde diese verwinkelt verbauten Anlagen urig, aber ohne Nutzung verkommt auch z. B. der Bahnst.A nur noch zu einer Pissecke.(„Berliner Luft“).Aber Leben ist Veränderung und wir schauen dem neuen Bahnhof entgegen der wie jeder Neubau erstmal langweilig scheinen wird, später vielleicht auch zigmal angepaßt wird und in 106Jahren wird wieder ein Björn-Eric dem alten nachtrauern.

  4. Nun,

    ich habe mehrere Monate nicht mehr hier mitgelesen und alles verfolgt, wo ich doch mal eins als Informant hier 2007 zu mehreren Infos verholfen hatte.

    Dafür entschuldige ich mich, denn ich bin eigentlich ein treuer Leser.

    Nun, wie ich wieder darauf kam, ich war heute am 31.08.2009 nach langer Zeit Ostkreuz vorbei gefahren, und habe mich erschrocken. Die erste Seite kommend aus Treptow, ist ausser Betrieb. Innerlich kamen tränen hoch. Ich kann es eigentlich nicht fassen. Man hätte den Bahnhof in Urzustand Renovieren sollen unterbrochen in Jahre damit es weniger kostet und schneller geht! Denn der Neubau ist teurer als eine Urzustand Renovierung.

    Die Deutsche Bahn macht alles kaputt was zur Berliner S-Bahn und Berliner Luft gehört!

    Ade Ostkreuz. Denn danach verdient der neue Bahnhof einen neuen Namen! Ostkreuz wird aus meiner Sicht Staatlich Executiert.

  5. Pingback: Tonari kann´s nicht lassen

  6. Ein letzter Abschiedsgruß in der Berliner Zeitung vom 28.08.2009, S. 24

    Peter Neumann

    RUBRIK : NULL DREI NULL

    Adieu, Bahnsteig A!

    Noch einmal tief durchatmen und lauschen. Noch einmal das Grünzeug, das zwischen dem Mosaikpflaster aus Bernburger Grauwacke emporgesprossen ist, im Wind rascheln hören. Noch einmal den S-Bahnen zuhören, wie sie auf rostbrauner Brücke mit Tempo 30 heranpoltern. Noch einmal zwischen den verwitterten Bahnsteigkanten und dem leer stehenden Dienstgebäude auf Spurensuche gehen, verwitterte Cabinet-Schachteln, alte Eisenteile aufspüren, Treibgut einer langen Geschichte. Und dann Auf Wiedersehen sagen.
    Denn heute Abend ist es vorbei. Kurz vor 22 Uhr wird am Bahnsteig A des Ostkreuzes zum letzten Mal eine S-Bahn halten. Dann endet auf dem abgeschiedenen Westplateau dieses sonst so chaotischen Knotenpunktes der Zugbetrieb. Für immer. Denn das moderne Ostkreuz, das bis 2016 mit viel Beton und Stahl heranwächst, wird ohne den Bahnsteig A auskommen. Und so verschwindet ein Berliner Paradoxon: Eine bemooste Insel der Ruhe auf einem der am stärksten frequentierten S-Bahnhöfe dieser Stadt wird weggebaggert. Ein entlegenes Refugium, wo Fuchsmütter vor den Beobachtungskameras der Bahn mit ihren Welpen spielen und einst Zugabfertiger nach dem Dienst Grillpartys feierten. Wo nebenan Brombeeren und Flieder-sträuche wachsen. Aus, vorbei. Auf Nimmerwiedersehen, Bahnsteig A!

  7. Der Bahnsteig A ist sehr bald nur noch Geschichte.
    Am 28. August 2009 um 22 Uhr auch der Bahnsteig „A“, der ältesten Teil des Bahnhofs Ostkreuz. So steht es im punkt3_extra.

  8. Pingback: Mal ‘ne kleine Blogrundschau

  9. Martin vom (r)ostkreuz Dienstag, 25. August 2009 um 21:50

    Da ja am Wochenende29/30.August die nordwärtsführenden S-Bahngleise der Ringbahn zum neuen Regionalbahnsteig verschwenkt werden dürfte dann wohl kein Regelbetrieb zw. Bst.A und TreptowerPark mehr möglich sein.
    Also für BahnsteigA-Fans: am 28. nochmal fleißig ein-und aussteigen und dann zurückbleiben!